Frohe Ostern – denn ein bisschen Glaube schadet nie!

Christliche Traditionen und Feiertage geraten zunehmend in Vergessenheit:

Wissen Sie eigentlich, warum wir Ostern feiern? Und was bunte Eier und niedliche Hoppel-Häschen damit zu tun haben? Wenn nicht, dann sind Sie nicht allein ahnungslos. 

Ostern? Ja, das hat etwas mit Religion und Jesus zu tun. Richtig! Dumm nur, dass diese vage Beschreibung auch auf Weihnachten, Pfingsten oder Himmelfahrt zutrifft. Ostern ist auch nicht wirklich die Auferstehung Gottes nach 40 Tagen Koma. Gott selber nämlich erfreut sich schon ewig bester Gesundheit. Viel mehr sind die 40 Tage die Dauer der Fastenzeit, die bereits Aschermittwoch begann und bis Ostern geht. Und auferstanden ist Jesus, Gottes Sohn, der am Karfreitag ans Kreuz genagelt und so grausam von den Römern hingerichtet wurde.

Apropos Auferstehung – auch so ein Mysterium. Sicher, wissenschaftlich beweisbar ist das nicht. Warum auch? Sprechen wir bei Religion doch richtigerweise von Glauben und nicht von Wissen. Glauben heißt zu hoffen, auf etwas fest zu vertrauen und das hat mit faktischem Wissen nichts zu tun. Aber wie wir alle wissen, stirbt die Hoffnung ja zuletzt. Demzufolge ist sie mehr wert als das nackte Wissen, denn sie ist der alten Volksweisheit nach somit mit einer längeren Haltbarkeit ausgestattet. In einer Welt voll Technik und Wissenschaft ist es vielleicht gerade das, was heute so vermisst wird: der Glaube – an Vernunft, an Ehrlichkeit, an Vertrauen, an Verständnis, an Freude, an Friede, an ein Miteinander und an Herzlichkeit. Und das alles zusammen ergibt den wichtigsten Wert der christlichen Lehre: Nächstenliebe!

Doch höre ich jetzt schon den Aufschrei: Glaube? Ist das nicht die Geißel der heutigen Zeit? Die fanatische Engstirnigkeit, die Menschen aufeinanderhetzt? Nein, das ist eher eine bewusst falsch ausgelegte Religion. Dies hat nichts mit Glaube zu tun. Die zuvor genannten Werte des Glaubens sind viel mehr eine Ethik, die uns heutzutage mehr und mehr abhanden kommt und die vielleicht sogar durch eine übertriebene, beinahe fanatische und falsch angewendete „political correctness“ ersetzt wird.

Foto Jens EichlerStellt sich fast die Frage, wann wohl Hühner und deren Eier, die zu Ostern Hochsaison haben, daher unter besondere „political protection“ gestellt werden? Denn der Gedanke, dass diese bunte, schokoladige „Eierei“ ein übler Marketingtrick ist, hält sich hartnäckig. „Das kommt bestimmt von den Amis. Die machen das doch immer so!“ – klar, im Zweifelsfall haben die „Amis“ wieder Schuld. Haben sie doch auch den dicken Weihnachtsmann erfunden. Tatsächlich haben Eier zu Ostern aber einen tieferen Sinn: Das Ei gilt seit jeher als Ursprung allen Lebens und symbolisiert in vielen Kulturen Fruchtbarkeit. Und woher kommt dann der Osterhase? Jedes Kind weiß schließlich: Im Frühling bringt der die Eier. Doch viele halten den plüschigen Zeitgenossen für ein reines Märchen: Der Osterhase ist für die Kinder im Frühling das, was der Weihnachtsmann für sie im Winter ist – personifizierter Geschenke-Segen! Zugegeben, die Osternester werden natürlich von lieben Elternbestückt und versteckt. Doch frei erfunden ist der Hase nicht: Als Tier des Frühlings symbolisiert er ebenso die Fruchtbarkeit wie das Ei. Und mal ganz ehrlich: Ist es nicht auch schön, Kindern mit kleinen (!) Geschenken Freude zu bereiten? Denn: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Und ein bisschen Glauben schadet nie! Zwei Sprichworte, die viel Gehalt haben. In diesem Sinne wünscht Ihnen das „Hamburg im Blick“-Team ein gesegnetes, eier-reiches und freudiges Osterfest!

Ihr 

Jens Eichler

Chefredakteur

 

Zitat des Monats:

„Wenn Menschen nur über Dinge reden würden, von denen sie etwas verstehen – das Schweigen wäre bedrückend …!“

Robert Lembke, der 1989 verstorbene deutsche Journalist und beliebte TV-Moderator, hätte den aktuellen Zeitgeist von heute wohl nicht besser und treffender beschreiben können.

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