Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften planen Rekord-Investitionen für 2017

Mit rund 679 Millionen Euro planen die Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften im laufenden Jahr so viel Geld wie nie zuvor in den Wohnungsbau zu investieren. Davon sollen 376 Millionen Euro für den Neubau von Wohnungen und 303 Millionen Euro für die Modernisierung sowie Instandhaltung der Bestandsimmobilien aufgewendet werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 betrug die Gesamtinvestitionssumme über 490 Millionen Euro.

Monika Böhm, Vorstandsvorsitzende des Arbeitskreises, erklärte: „Die Daten zeigen, dass Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften ihre Position als bedeutender und verantwortungsbewusster Akteur in der Immobilienwirtschaft weiter ausbauen konnte. Diesen Weg werden wir auch in Zukunft weiter gehen.“

Die im Arbeitskreis organisierten 30 Wohnungsbaugenossenschaften zählen derzeit knapp 220.000 Mitglieder und haben fast 132.000 Wohnungen in allen sieben Bezirken der Hansestadt sowie in einigen Randgemeinden im Bestand. Das entspricht rund 20 Prozent aller Hamburger Mietwohnungen.

Im vergangenen Jahr wurde mit dem Bau von 885 neuen Genossenschaftswohnungen begonnen, 797 Wohnungen wurden fertiggestellt. In diesem Jahr nehmen die Genossenschaften die Bautätigkeit für insgesamt 1.920 neue Wohnungen auf. Damit, so die Arbeitskreis-Vorsitzende weiter, „leisten die Genossenschaften wiederholt einen wichtigen Beitrag, bezahlbaren Wohnraum in der Hansestadt zur Verfügung zu stellen und auf diese Weise die angespannte Lage auf dem Hamburger Wohnungsmarkt ein Stück zu entlasten.“

In der Tat lag 2016 die durchschnittliche Miete bei den Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften bei rund 6,37 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche netto-kalt und damit 1,65 Euro unterhalb des Durchschnittswertes des Hamburger Mietenspiegels von 8,02 Euro.

Die Neuvermietungsmiete der Wohnungen (außer Neubauten) lag durchschnittlich bei 7,13 Euro pro Quadratmeter. Sie ist damit wesentlich günstiger als die im Mietenspiegel und diversen Studien, wo Mieten von 12 bis 19 Euro pro Quadratmeter keine Seltenheit sind. Der Grund für die Differenz: Der Motor allen Handelns der Wohnungsbaugenossenschaften ist die Mitgliederförderung, das heißt in dem Fall: bezahlbarer Wohnraum für die Mitglieder.

Allerdings: Bei Neubauten lag die durchschnittliche Miete für genossenschaftliche Wohnungen in den vergangenen sieben Jahren bei etwa 10 Euro pro Quadratmeter. Dieses Niveau dürfte sich aber in absehbarer Zukunft ändern. Monika Böhm nennt drei Gründe: „Der drastische Anstieg der Baukosten, die immer höheren Grundstückspreise und die vermehrten Bauauflagen der Behörden werden dazu führen, dass dieses Miet-Level kaum zu halten sein wird.“

Die Genossenschaften sind für die Zukunft gerüstet

Der kontinuierliche Rückgang der Anzahl an Sozialwohnungen in Hamburg ist indes für die Mitglieder der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften kein Problem. Denn die Genossenschaften erhöhen die Mieten bei Wohnungen, die aus der Förderung auslaufen, nur unwesentlich. So liegt die Durchschnittsmiete der nicht gebundenen Wohnungen bei 6,47 Euro pro Quadratmeter – also auf dem Niveau wie die Miete im ersten Förderweg bei der öffentlichen Förderung. Kurzum: Man ist für die Zukunft bestens gerüstet.

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